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Sulawesi - Allgemeine Informationen |
Bevölkerung und ethnische Gruppen
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In der Provinz Südost-Sulawesi leben mehr als 1,8 Millionen Menschen d.h. Sulawesi ist sehr dünn besiedelt: im Jahre 1994 betrug die Bevölkerungsdichte 58 Einwohner pro km², etwa ein Viertel der Dichte in Deutschland. Das Bevölkerungswachstum beträgt ca. 3,2% pro Jahr und lässt sich an der großen Zahl von Kindern erahnen, die einem überall mit Zuwinken oder „Hello Mister“- Zurufen begegnen. Daraus resultiert ein im Vergleich zu Europa sehr junges Durchschnittsalter. Neben den Bugis und den in den letzten Jahren zugewanderten Transmigranten aus Bali und Java leben in diesem Teil der Insel fünf größere Volksgruppen: Tolaki, Morunene, Butonesen, Munanesen (vor Ort 'Wuna' genannt) und Bajau.
Die Tolaki siedeln in den Gebieten um Kendari und Kolaka. Die Gruppe der Moronene bewohnt den Süden der Insel Buton und die Insel Kabaena. Die Butonesen bilden die Hauptgruppe auf der Insel Buton. Sie sind in 15 Untergruppen aufgeteilt. Die Munanesen leben auf der Insel Muna und bilden dort 6 Gruppen, die sich in Kultur und Sprache unterscheiden. Bajau sind Seefahrer, die ursprünglich in Hütten auf dem Meer lebten, nun aber mehr und mehr an den Küsten von Inseln siedeln. Sie behalten ihren ursprünglichen Lebensstil mit einer Vielzahl verschiedenster Riten und Feste bei, während die anderen ethnischen Gruppen beginnen, einen Vorteil aus der Nutzung moderner Technologien zu ziehen.
Die Menschen aller ethnischen Gruppen der Region haben ein sehr offenes Wesen und sind äußerst gastfreundlich. Ein entgegengebrachter Gruß mit einem Lächeln ist einem stets gewiss. Da bislang nur sehr wenige Fremde diese Gegend bereisten, sind die Einheimischen zwar etwas neugierig, jedoch überwiegend unverdorben vom Tourismus. Oft wird man beim Schlendern entlang von Häusern von wildfremden Menschen auf einen kleinen Schwatz bei Tee oder Kaffee eingeladen. Die Bevölkerung ist generell sehr fotogen und meist sogar enttäuscht, wenn man auf ihren Wunsch hin kein Foto schießt! |
Religion und öffentliches Leben
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Bevor der Islam im 16. Jahrhundert seinen Einzug in Ostsulawesi hielt, waren viele der oben genannten Gruppen animistischen Glaubens. Der Animismus und auf den Insel Buton und Muna auch der Hinduismus beeinflussen auch heute noch die sonst überwiegend muslimische Bevölkerung. So bekennen sich 95 % der Einheimischen zum Islam, 2 % zum Christentum und die übrigen 3 % zu diversen anderen Religionen. Zusammen mit dem Adat, d.h. den Stammes- und Familien-eigenen Bräuchen und Gesetzen, prägt der Islam das öffentliche Leben: Alkohol, Nachtleben und Prostitution sind im Allgemeinen nicht zu finden. Ein starker Familienzusammenhalt ersetzt das nicht vorhandene staatliche „soziale Netz“: die Jüngeren kümmern und sorgen sich um die Älteren.
Im Gegensatz zu anderen islamischen Ländern gibt es in Indonesien wenig Fundamentalismus. Nach Spannungen zwischen Christen und Moslems zur Jahrtausendwende leben nun alle Menschen wieder friedlich und von großer Toleranz geprägt miteinander. Vollkommen verschleierte Frauen sieht man überhaupt nicht und nur wenige tragen Kopftücher. Alle Einheimischen verhalten sich ehrlich, zurückhaltend und sind sehr gastfreundlich - gleichgültig, zu welcher Religion sie sich bekennen.
Wer sich absolut korrekt verhalten möchte, muss nur wenige Regeln beachten. Nachfolgend ein kleines Verhaltens-ABC:
Die linke Hand ist unsauber, da sie anstelle des Toilettenpapiers benutzt wird. Man benutzt also ausschließlich die rechte Hand, um Menschen zu begrüßen, zu berühren oder zum Essen.
Die Füße gelten als unsauberster Teil des Körpers. So ist es unhöflich beim Sitzen die Fußsohlen auf eine Person zu richten.
Bevor man ein Wohnhaus betritt sollte man sich die Schuhe ausziehen.
Das Herbeiwinken mit der Hand erfolgt nicht wie bei uns mit dem Handrücken nach unten, sondern genau umgekehrt, mit dem Handrücken nach oben.
Zur Begrüßung reicht man sich die rechte Hand und berührt sich nur leicht - also auf keinen Fall kräftig schütteln. Anschließend führt jeder seine Hand an sein Herz. Eine wirklich schöne Art der Begrüßung!
Wutausbrüche und Schreien sind unverständliche Verhaltensweisen. Kann man sich nicht beherrschen, verliert man sein Gesicht. Die Reaktion der Indonesier ist Unverständnis und Distanz.
Überheblichkeit demonstriert man, indem man mit dem Finger direkt auf eine Person zeigt, die Arme vor der Brust verschränkt oder die Hände in die Hüften stemmt.
In Gegenwart von Einheimischen sollte man nicht nackt oder „oben ohne“ sonnenbaden.
Unter jüngeren Einheimischen beginnen sich die strengen Regeln aber zunehmend aufzulösen.
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