Sulawesi - Allgemeine Informationen

 

 

Wirtschaft

 

Die wirtschaftliche Entwicklung Sulawesis ist von Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich. Nur eines haben alle vier Provinzen der Insel gemeinsam: ein Großteil der Rohstoffe und Produkte wird direkt nach Java ausgeführt.

Das traditonelle Handwerk Sulawesis ist die Seidenweberei. Seidensarongs aus Sulawesi besitzen ein spezielles Muster und sind auch auf Bali und Java sehr begehrt.

 

Die Provinz Südsulawesi ist bekannt für seine Ikat-Weberei, eine Webtechnik, die es auf der ganzen Welt gibt, aber nirgendwo ist sie so zur Perfektion gebracht worden wie hier. Dabei werden einzelne Fadengruppen durch Umwickeln mit farbundurchlässigen Materialien (Reserven) vor dem Färben geschützt. Nach dem Entfernen dieser Reserven wird das Muster aus gefärbten und ungefärbten Fadenabschnitten sichtbar.

 

Die Industrie Südostsulawesis steckt noch in den Kinderschuhen. Teak-Holz- und Eisenholz-Plantagen versorgen die einheimischen Schnitzereien mit Material. Das Mark der Rattan-Palmen ist ein begehrter Rohstoff für die weltweite Möbelindustrie.

 

Ein hoffnungsvolles Projekt ist das Kendari-Werk, in dem Handwerk und Kunsthandwerk in einer zentralen Produktionsstätte in Kendari erzeugt und verkauft wird. Dort flechtet man unter anderem Fasern von Orchideenstängeln. Dinge, die aus diesem Material hergestellt wurden, zählen zum Feinsten, was die Flechtkunst hervorgebracht hat und sind daher sehr selten und teuer.

 

 

Silber- und Goldarbeiten gibt es überall auf Sulawesi zu kaufen.

Das Zentrum der Silberschmiedekunst befindet sich allerdings in Kendari. Nur hier werden edelste Filigranarbeiten aus Silber hergestellt.

 

Hauptwirtschaftsfaktoren der Region sind jedoch die Landwirtschaft und der Fischfang.

An landwirtschaftlichen Produkten werden vor allem Kokosnüsse, Cashew-Nüsse, Gewürznelken und Kakao angebaut, deren Früchte bzw. Blüten (bei Nelken) anschließend zur Weiterverarbeitung exportiert werden. Außerdem werden Reis, Soja-Bohnen und Erdnüsse angepflanzt. 

 

reife Kakao-Früchte

(Theobroma cacao)

 

Cashew-Apfel mit Nuss

(Anarcadium occidentale)

 

In lokal begrenztem Bergbau werden Asphalt und Nickel gefördert. Der Asphalt geht direkt von Pasar Wajo (Insel Buton) in den Export. Auch die jährlichen 800.000 Tonnen Nickel aus dem Abbau in Pomalaa (Ort südlich von Kolaka) werden exportiert.

Eine Industrialisierung hat auf Sulawesi (noch) nicht stattgefunden. So sind echte Arbeitsplätze selten. Die meisten Indonesier sind Bauern und verdienen sich etwas Geld mit Mini-Jobs, überwiegend in verschiedenen Dienstleistungsbranchen. Diese Jobs sind meist überbesetzt und schlecht bezahlt, dafür ist die Arbeit meist stressfrei, Zeit spielt keine Rolle und jeder ist in das gesellschaftliche Leben eingebunden.

Das Motto der Arbeitspolitik lautet: viele Leute arbeiten für wenig Geld. Der allgemeine Lebensstandard und das Preisniveau sind deshalb niedrig. Da aber fast alle Einheimischen Selbstversorger sind und sich in ihren Familien großzügig gegenseitig unterstützen, findet man kaum Elend und Entwurzelung.

 

 

Infrastruktur

 

Kendari, die Provinz-Hauptstadt Südost-Sulawesis, ist am besten aus der Luft zu erreichen. Es gibt täglich mehrere Flüge von Ujung Pandang (Makassar), der Hauptstadt Sulawesis, nach Kendari. Von Jakarta oder Denpasar (Bali) verkehren täglich ebenfalls mehrere Flugzeuge über Ujung Pandang nach Kendari.

Die Flugzeit beträgt ca. 1 Stunde. Diese Verbindungen werden von Lion Air und Merpati Nusantara Airlines betrieben.

Wer etwas Zeit mitbringt und das Abenteuer liebt, kann Kendari von Ujung Pandang  aus auch mittels Mini-Bus nach Watampone (ca. 4 h), anschließend Passagierfähre nach Kolaka (8 h) und von dort aus noch einmal per Mini-Bus (4 h) erreichen.

Von Ujung Pandang aus verkehren auch einige PELNI-Schiffe nach Bau-Bau (auf der Insel Buton) und gelegentlich nach Kendari. Zu allen kleineren und größeren Inseln des Archipels sind Schiffe das Hauptverkehrsmittel.

Die Hauptinseln Wawonii, Buton und Muna sind vom Festland Südost-Sulawesis (Kendari) mit täglich verkehrenden Schnellboot-Fähren zu erreichen. Wer abgelegene Inseln aufsuchen möchte, der kann  sich auch ein Schnellboot chartern.

Kleine Strecken an Land werden mit Mini-Bussen (Pete Pete) bewältigt, größere Entfernungen mit teilweise modernen Reisebussen.

 

 

Hauptstadt Kendari

 

Kendari ist die Verwaltungshauptstadt der Provinz Südost-Sulawesi, Regierungssitz, Verkehrsknotenpunkt und touristisches Zentrum gleichermaßen.

Die über 200.000 Einwohner zählende Stadt liegt entlang einer Hügelkette an der malerischen Kendaribucht.

Das öffentliche Leben spielt sich entlang der ca. 7 km langen Uferstraße ab. Zu den Hauptattraktionen und zentralen Einrichtungen zählen verschiedene Märkte, der Fährhafen sowie der Nachtmarkt.

 

Auf dem Nachtmarkt – Kendari-Beach genannt – erhält man ein preisgünstiges Abendessen mit frischen Zutaten:

von rein vegetarisch (Gado-Gado) über gegrillte Fleischspieße mit Hühner- oder Ziegenfleisch (Sate), schmackhaften Fischen (Ikan)  bis hin zu anderen Meeresfrüchten wie Tintenfischen (Cumi-cumi) und Krabben (Udang).

 

 

Sate-Spieße aus Hühnerfleisch

 

breites Angebot an Meeresfrüchten

 

Kendari ist auch ein zentraler Ausgangspunkt für Reisen auf die Gewürzinseln (Molukken), Tukangbesi-Inseln (Wakatobi-Nationalpark) sowie nördlich (Banggai) und südlich (Buton, Muna, Kabaena) gelegene Inseln.

 

 

zurück zur Hauptseite